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Workshop: Signatur



Dieser Workshop entstand aufgrund folgender Leseranfrage im DOCMA-Forum:

Hallo liebe Bildbearbeiter,
ich bin Fotograf von Beruf und auch kein Photoshop-Neuling. Dennoch will mir das Folgende nicht gelingen:

Ich möchte eine Aktion aufzeichnen, in der mein Firmenlogo in die untere rechte Ecke eingeblendet wird; aber dies egal, ob das Originalbild hoch- oder querformatig ist. Habe das Logo auf eine neue Ebene des Bildes gelegt und versucht, dies mit den Funktionen „rechte Kante ausrichten“ und „untere Kante ausrichten“ nach unten rechts zu zwingen. Beim Aufzeichen der Aktion tut Photoshop (7.01) es auch brav, aber beim Abspielen nicht, da bleibt das Logo in der Mitte stehen.
Kann sich jemand vorstellen, was ich falsch mache, oder hat jemand einen Workaround für mich?

Mit freundlichem Gruß Klaus


Da Klaus das von ihm beschriebene Verfahren bereits als aussichtslos bezeichnet hatte, habe ich damit zunächst gar nicht weiter rumexperimentiert, sondern einen anderen Weg versucht. Bekanntlich dient die linke obere Ecke einer Bilddatei als Ausgangspunkt aller Koordinatenfestlegungen – ein bestimmtes Objekt (oder Pixel) be-findet sich x Pixel rechts davon und y Pixel darunter. Klaus will seine Signatur aber nicht rechts oben einfügen, sondern da, wo sie gewohnheitsmäßig hingehört, also rechts unten. Ein fixierter Punkt rechts unten läßt sich jedoch bei unterschiedlich großen Bildern nicht festlegen.

Aber dieses Problem kann man leicht umgehen: Man beginnt damit, das Bild um 180 Grad zu drehen. Nun ist rechts unten zu links oben geworden. Danach setzt man das – ebenfalls auf den Kopf gedrehte – Firmenlogo oder die Signatur auf eine neue Ebene ein und verlagert sie mit numerischen Werten, indem man bei aktivierter Transformation (Strg-/Befehlstaste-T) in den numerischen Positionsfeldern links oben in der Optionenleiste zum Beispiel eintippt: für X (also waagerechte Position vom Nullpunkt) 22 Pixel, für Y (senkrechte Position) ebenfalls 22 Pixel. Zuvor wählen Sie am besten in dem Feld mit den neun kleinen Quadraten ganz links (Abb. unten) den linken oberen Punkt; er entspricht der entsprechenden Stelle der Auswahl.
Brav setzt Photoshop die Signatur auf ihrer Ebene an die gewünschte Stelle links oben. Doch was ist in der gleichzeitig angelegten Aktion zu lesen (vgl. Abb. untere Hälfte)? „Übersetzten: -2,78 cm, -2,84 cm“. Na prima! Das Programm hat sich die Verlagerung also nicht nach absoluten Koordinaten der Arbeitsfläche gemerkt, sondern relativ zur vorausgehenden Position des Elements. (Mal ganz abgesehen von der unsinnigen Übersetzung der Festlegung des Orientierungspunktes als „Mittelton wählen: Ecke“). So kommt man also leider auch nicht weiter.

Also habe ich noch mal Klaus’ Verfahren nachgebaut, um zu sehen, warum das nicht klappt. Er hat ja leider nicht ganz exakt beschrieben, was er getan hat, aber mein Lösungsweg sieht als notwendigen Zwischenschritt vor, die Hintergrundebene des Fotos und die Signatur-Ebene miteinander zu verknüpfen. Tut man das, wandert das Logo nach Ausrichten der beiden Ebenen brav in die untere rechte Ecke. (Übrigens noch so eine merkwürdige Photoshop-Bezeichnung: Statt „Kante … “ heißt es da „Text rechts ausrichten“).
Diese Positionierung geschieht nicht nur einmalig, sondern erneut bei jedem weiteren Anwenden der Aktion sowie beim Einsatz als Stapelverarbeitung. Und darum geht’s ja letztlich: Große Mengen von Fotos auf diese Weise zügig zu beschriften. Ich weiß nicht, was Klaus falsch gemacht haben könnte; in der hier beschriebenen Weise klappt es jedenfalls problemlos. Und natürlich auch bei Bildern jedes beliebigen Formats, von ganz schlank bis ganz breit.
Das Logo oder die Signatur sollten Sie übrigens auf einer ansonsten leeren Ebene anlegen. Da Sie nicht wissen, welche Farben später bei einem Foto an der neuen Position stehen, ist es sinnvoll. etwa eine schwarze Schrift mit einem leichten hellen Saum als Ebeneneffekt zu umgeben. Der wird aber beim Kopieren nur übertragen, wenn Sie die Effekt-Ebenen vorher aufteilen und dann zusammenfügen. Für die richtige Position sorgt ein Zusatzpixel (s. Abb.2)

 


Hinweis: Dieser Workshop funktioniert mit Photoshop ab Version 5.5. Für größere Bildansichten bitte auf die Bilder klicken.



1 Landschaftsfoto

Die Gründe, ein eigenes Foto mit einer Beschriftung, Signatur oder einem Firmenzeichen versehen zu wollen, können unterschiedlicher Art sein. Vielleicht wollen Sie als Profi Ihr Archiv mit großen Voransichten ins Netz stellen, aber durch ein großes, halbtransparent überlagerndes Symbol verhindern, daß diebische Zeitgenossen das Bild ohne Urheberrechtsvermerk und Honorar für ihre Zwecke nutzen. (Abb. 16)



2 Logo anlegen

Dieses Logo ist sicherlich nicht schön, aber auffällig. Es wurde auf einer leeren Ebene angelegt, mit Ebeneneffekten ergänzt und zum Schluß wieder auf eine (Nicht-Hintergrund-)Ebene reduziert. Winzig klein, aber sehr wichtig: Damit das Logo später nicht in der äußersten Ecke klebt, fügen Sie in gewissem Abstand ein einzelnes Pixel hinzu (Pfeil). Bei „Alles auswählen“ sorgt es später für den angemessenen Abstand.



3 Logo einfügen

Kopieren Sie das Logo von seiner ansonsten leeren Ebene in die Zwischenablage und setzen Sie es in ein Foto ein. Bei einmaliger Anwendung können Sie es auch per Drag-and-Drop rüberziehen, aber für eine Aktion muß es in die Zwischenablage. Mit einer Handvoll Bilder ist es nicht sonderlich mühsam, das manuell auszuführen. Bei ein paar hundert Fotos hätte man das Verfahren doch gern automatisiert.



4 Logo vorbereiten

Noch bevor Sie damit beginnen, eine Aktion zum automatischen Einfügen von Signaturen in beliebig große und ausgerichtete Fotos anzulegen und zu starten, müssen Sie zunächst den Inhalt der Zwischenablage vorbereiten. Dazu wählen Sie wie zuvor beschrieben auf der ansonsten leeren Ebene „Alles“ aus und kopieren den Inhalt in die Zwischenablage. Auch das hilfreiche Einzel-Pixel unten wird so übernommen.



5 Neue Aktion anlegen

Photoshop unterstützt Sie bei solchen langweiligen Eingriffen, indem es Ihnen Aktionen anbietet, mit denen Sie viele häufig benötige Arbeitsschritte automatisieren können. Um eine neue Aktion anzulegen, wählen Si den entsprechenden Befehl aus dem Klappmenü der Aktionenpalette oder klicken einfach auf das entsprechende Symbol am Fuß der Palette für „Neue Aktion“.



6 Aktion benennen und starten

Als nächstes öffnet sich ein Dialogfeld, in dem Sie den Namen der neuen Aktion eingeben. Haben Sie mehrere Befehls-Sets, so wählen Sie hier das Set, dem es zugefügt werden soll. Wollen Sie die Aktion mit einer Funktionstaste(nkombination) auslösen, können Sie das hier ebenfalls eingeben, ebenso eine Farbmarkierung. Der Befehl wird später mit jedem in der Zwischenablage befindlichen Inhalt funktionieren.



7 Einfügen und Ebenen verbinden

Alles, was Sie nun tun, wird in der Aktionenpalette aufgezeichnet. Der erste Schritt besteht darin, den Inhalt der Zwischenablage in das Bild einzufügen; das Logo wird genau in der Mitte der Arbeitsfläche positioniert. Klicken Sie bei aktivierter oberer Ebene in der Ebenen-Palette in die zweite Spalte der Hintergrundebene. Daraufhin erscheint dort ein Symbol, das anzeigt, daß die beiden Ebenen verkettet sind.



8 Untere Ebene aktivieren
 
Um die folgenden Arbeitsschritte ausführen zu können, ist es wichtig, nun zunächst die Hintergrundebene zu aktivieren, indem Sie ihre Zeile in der Ebenen-Palette anklicken. (Wie Sie sehen, befindet sich das Pinsel-Symbol für „aktive Ebene“ nun in dieser Zeile, das Kettensymbol ist nach oben gesprungen und zeigt nach wie vor an, daß diese beiden Ebenen miteinander verbunden sind.



9 Untere Kanten ausrichten

Wählen Sie im Ebenen-Menü den Eintrag „Verbundene [Ebenen] ausrichten“. Die Reihenfolge ist gleichgültig; Sie können aber immer nur eine Ausrichtung gleichzeitig anwählen. Ich habe zunächst „Untere Kanten“ angeklickt. Die untere Bildkante der Hintergrundebene legt damit fest, wohin die untere Kante des Logos – definiert durch das einzelne Pixel – bewegt werden soll. Das Logo rutscht nach unten.



10 Rechts ausrichten

Im nächsten Schritt wählen Sie diesen Menüeintrag erneut, gehen aber diesmal zu „Text rechts ausrichten“ – was natürlich nicht stimmt, sondern ein falscher Eintrag in Adobe’s Liste ist. Korrekt müßte es heißen: „Rechte Kanten [ausrichten]“. Auch das funktioniert problemlos; dank des einzelnen Pixels, dessen Position ganz Ihnen überlassen bleibt, hält das Logo nun angemessenen Abstand zur rechten unteren Ecke.



11 Auf Hintergrundebene reduzieren

Da die vielen Bilder, die Sie später mit dieser Aktion automatisch signieren werden, nur eine – die Hintergrundebene – aufweisen sollen, wählen Sie den entsprechenden Befehl zur Vereinigung der beiden Ebenen aus dem Ebenen-Menü. Gegebenenfalls fahren Sie fort mit „Speichern unter“ und Formatspezifizierungen für das Sichern sowie dem abschließenden Befehl „Schließen“ des Dokuments.



12 Aktion abschließen

Die Befehlskette beenden Sie, indem Sie aus dem Menü der Aktionen-Palette den entsprechenden Befehl wählen oder auf das dafür zuständige Symbol klicken. Unter dem Zeieneintrag „Signatur einfügen“ lassen sich die vorgenommenen Einzelschritte ablesen. Wollen Sie noch genauer wissen, wie diese spezifiziert sind, klicken Sie auf die waagerechten Pfeile und schauen nach, was sich darunter verbirgt.



13 Aktion anwenden

Anwenden der Aktion vollzieht alle Schritte sauber nach und fügt bei jedem beliebigen Bild unabhängig von Größe und Ausrichtung das Logo unten rechts ein. Wollen Sie sicher sein, daß immer genau dieses Logo und nicht ein zufälliger Inhalt der Zwischenablage in Ihre Fotos eingefügt wird, beginnen Sie die Aktion mit dem Öffnen und Kopieren der Logo-Datei; Photoshop merkt sich den Pfad dort hin.



14 Stapelbearbeitung

Natürlich können Sie die Aktion beliebig erweitern, etwa vorher das Bild auf eine bestimmte Größe bringen, schärfen, eine vorgegebene Tonwertkorrektur durchführen usw. Tun Sie das dagefgen manuell, so beenden Sie die Bearbeitung mit der angelegten Aktion. Wollen Sie einen ganzen Ordner mit bereits korrigierten Bildern in einem Zug markieren, wählen Sie die Aktion im Dialogfeld „Stapelverarbeitung“.



15 Stapelverarbeitung angewandt

Überschreiben Sie auf keinen Fall die Originale! Es kommt immer wieder vor, daß man sich bei der Stapelverarbeitung irrt und einen wichtigen Schritt vergißt oder eine falsche Vorgabe setzt. Wählen Sie also den Quell-Ordner mit den (natürlich zuvor richtig ausgerichteten) Fotos und einen Ziel-Ordner, in dem die überarbeiteten Varianten abgelegt werden sollen. So läßt sich das notfalls  wiederholen.



16 Weitere Anwendungen

Setzen Sie dieses Verfahren ein, um Fotos vor nicht lizensiertem Gebrauch zu schützen, wählen Sie möglichst kein Element, das die Beurteilung des Bildes zu stark stört. Vermeiden Sie scharf begrenzte und einfach aufgebaute Elemente für die Überlagerung, denn die können mit wenig Mühe ausgewählt werden; danach ist eine Tonwertkorrektur kein Problem. Weich begrenzte Überlagerungen verhindern das.

von Doc Baumann
thobesi schrieb am 15.07.2008 13:53
Die Aktion mit dem Änderung des Bildes, hat ein Nachteil, wenn ich die Grössen Änderungen direkt in die Aktion einfüge, so wird immer entweder die Höhe oder Breite geändert, kann man das irgendwie eingeben, dass Automatisch z. Bsp. ein Mass von 800x600 nimmt, oder muss ich das dann jeweils per Hand selbst über die Aktion definieren? Was kein Problem ist, aber wie immer es würde die Arbeit noch ein keines Stückchen erleichtern.

Gruss

Thomas Schneider
TDJ schrieb am 11.07.2008 22:35
Da fällt mir spontan ein Problem aus der Arbeit ein. Eine Kollegin hatte ungefähr dasselbe Problem, sie wollte ein transparentes Wasserzeichen in der Mitte des Bildes haben und eben nicht nur für eines sondern für viele und möglichst als Stapelverarbeitung.

Nach einigem Tüfteln und kamen wir dann zu dem einfachen Ergebnis das über den "platzieren" Befehl (glaube bei "Datei" oder "bearbeiten")erfolgreich umzusetzen...

Die Aktion sah dann ungefähr folgendermasen aus:

Platzieren(mittig) aus datei xy.psd(Logo); Deckkraft 50%; reduzieren auf HG; speichern

Für andere Werte wie die vorgegebenen Mittig, L unten, R unten usw ist der Docma sicher geeigneter, aber bei uns hats das mit dem Platzieren auch getan smile

greetz
tdj

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