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Workshop: Kleinbildstreifen darstellen



Kaum haben wir die Möglichkeit, digital zu fotografieren und auf Filmmaterial zu verzichten, schon wollen wir unsere Bilder so darstellen, als befänden sie sich auf herkömmlichen Filmstreifen. Aber wenn es sein muß, kriegen wir das mit ein wenig Montagearbeit in Photoshop auch noch hin.

Wer es sich ganz einfach machen will, verzichtet auf alle manuellen Eingriffe und läßt die Arbeit gleich von einem Plug-in machen. Viele der hier gezeigten Schritte erledigen zum Beispiel Module aus DreamSuite von Auto F/X automatisch. So beeindruckend die Ergebnisse allerdings auch sind, der Filter ist nicht in der Lage, unterschiedliche Fotos auf einem Streifen darzustellen. Dafür müssen Sie also doch mit etwas Handwerksarbeit selbst ran.

Die wichtigsten Schritte demonstriert Ihnen dieser Workshop. Dabei ist es wichtig, die Maßeinheiten einzuhalten – in vielen Abbildungen mit nachgeahmten Streifen dieser Art stimmen nämlich die Proportionen hinten und vorne nicht: Der Rand gerät zu breit, die Anzahl der Perforationslöcher ist zu groß oder zu klein, sie sind zu rund oder quadratisch die Filmbeschriftung wurde vergessen und so fort. Das sind zwar nur Kleinigkeiten, aber da man nun mal weiß, wie so etwas aussieht, fallen solche Mängel immer wieder unangenehm auf und lassen eine ansonsten vielleicht gelungene Montage schlecht aussehen.

Wenn Sie einen solchen Filmstreifen einmal zusammengebaut haben, lohnt es sich natürlich, ihn – mit Ebenen – zur späteren Verwendung aufzubewahren, um bei Bedarf neue Bilder einfügen zu können. Im Prinzip ist es auf ähnlichem Weg möglich, Filmmaterial aller Art darzustellen, zum Beispiel Mittelformat-Dias oder Negativfilmmaterial, mit entsprechenden Besonderheiten von Format und Umrandung.


Hinweis: Dieser Workshop funktioniert mit Photoshop ab Version 5.5. Für größere Bildansichten bitte auf die Bilder klicken.



1 Seitenverhältnis

Viele selbstkonstruierte Filmstreifen leiden ersichtlich darunter, daß die gewählten Proportionen nicht stimmen. Mal werden diese willkürlich gewählt, mal einfach das Format der Digitalkamera übernommen, das aber ganz anders aussehen kann. Stellen Sie einfach in Photoshop die Optionen für das Auswahlrechteck (Festes Seitenverhältnis) auf das des Kleinbildformats von 24 : 36 beziehungsweise umgerechnet 3 : 2.



2 Beschnittenes Foto

Durch die Wahl des festen Seitenverhältnisses bleibt Ihnen die Freiheit, den Ausschnitt Ihrer Wahl festzulegen, ohne daß Sie mit festen Pixelmaßen arbeiten müßten. In der Regel erscheinen im Hochformat aufgenommene Bilder ebenfalls zunächst im Querformat; haben Sie sie bereits um 90 Grad gedreht, müssen Sie zum Ausschneiden das Seitenverhältnis umkehren und auf 2 : 3 setzen.



3 Maße ermitteln

Die durch Ausschneiden zustande gekommene Bildgröße liegt nun dem zu konstruierenden Filmstreifen zu Grunde. Um die Maße zu ermitteln, schauen Sie bei einem entsprechend beschnittenen Bild unter „Bildgröße“ nach, wie viele Pixel in Höhe und Breite es hat. Liegt es auf einer Ebene, wählen Sie diese aus und kopieren in die Zwischenablage. Das Feld für ein neues Dokument zeigt die Pixelwerte automatisch an.



4. Kontur berechnen

Nun wissen Sie, wie hoch Ihr Bild ist; in diesem Fall sind es 635 Pixel. Der Rand eines Filmstreifens ist 6 mm breit, also ein Viertel der Streifenbreite von 24 mm. Teilen Sie den ermittelten Pixelwert also durch 4, ergibt sich die Breite des Rahmens auf einer Seite. In unserem Beispiel: 635 : 4 ? 160. (Also Gesamtbreite 635 + 2 x 160 = 955 Pixel) Wählen Sie das Bild aus und erzeugen Sie darunter eine 160 Pixel breite schwarze Außenkontur.



5 Rahmenkontur

Nach Abschluß des Befehls „Kontur füllen“ aus dem „Bearbeiten“-Menü sieht Ihr Bild ungefähr so aus. Damit Bild und Rahmen später separat bearbeitbar bleiben, sollten Sie diesen auf einer unter dem Bild liegenden Ebene erzeugen: Neue Ebene erzeugen, von dieser ausgehend die Pixel des Filmbildes durch Anklicken von dessen Ebenenzeile mit Strg/Befehlstaste als Auswahl laden, 160-Pixel-Kontur füllen.



6 Perforation berechnen

Und weiter mit etwas Mathematik: Die Höhe des Filmbildes geteilt durch 12 ergibt die Höhe der Perforationsstanzung; hier sind das 635 Pixel : 12 = 53 Pixel. Abstand und Breite der Löcher errechnen sich als Filmbildhöhe geteilt durch 8, also 635 Pixel : 8 = 80 Pixel. Für die Erzeugung der Löcher können Sie wieder die Auswahlrechteck-Option einsetzen, jetzt als „Feste Größe“: 53 Pixel Breite, 80 Höhe (oben).



7 Ebenen duplizieren

Nun könnten Sie einfach mit gedrückter Umschalt-, Alt-/Options- und Strg-/Befehlstaste das kleine Rechteck, das die Perforation vorbereiten soll und das auf einer eigenen Ebene liegt, vervielfachen; neun Löcher sind neben einem Filmbild verteilt. Exakter kriegen Sie das hin, indem Sie diese Ebene acht Mal duplizieren und die Rechtecke grob auf der Strecke horizontal verteilen; wichtig sind die erste und letzte Position.



8 Verbundene Ebenen verteilen

Verbinden Sie die neun Ebenen durch Aktivieren des Kettensymbols in den Ebenenzeilen, und wählen Sie im Ebenen-Menü „Verbundene verteilen“, dann „Linke Kanten“. Photoshop verteilt diese neun Rechtecke auf ihren Ebenen nun automatisch so, daß alle denselben Abstand zueinander haben; der des letzten Kästchens rechts zum ersten des folgenden Filmbilds ergibt die Breite des Trennungsstreifens.



9 Löcher abrunden und stanzen

Vereinigen Sie die neun Ebenen mit den Rechtecken zu einer. Duplizieren Sie sie und schieben Sie sie an die Stelle der oberen Perforationsreihe. Wechseln Sie in die Ebene des schwarzen Rahmens, und laden Sie von hier aus die beiden Kästchen-Ebenen als Auswahl; runden Sie die Auswahl unter „Auswahl verändern“/„Abrunden“ um etwa 10 Pixel ab. Löschen Sie die resultierende Auswahl aus dem Rahmen des Streifens.



10 Neues Filmbild

Nun müssen Sie nur noch die Arbeitsfläche seitlich erweitern und die Ebene mit dem perforierten Rahmen so oft duplizieren, wie Ihr Filmstreifen lang werden soll. Verschieben Sie die Ebenen, bis der Abstand der Perforationslöcher zwischen den Bildern denen untereinander entspricht. Danach können Sie die Rahmen-Ebenen vereinigen und neue Bilder im Format 3 : 2 importierten und passend einfügen.



11 Beschriftung

Geben Sie nun auf Textebenen oben den Filmnamen und unten die Nummern ein (nach dem ersten und fünften Loch). Aktivieren Sie die Text-Ebenen als Auswahl, gehen Sie zur Rahmen-Ebene und löschen Sie die Pixel innerhalb der Auswahl. Setzen Sie die Text-Ebenen auf eine Deckkraft von ungefähr 60 Prozent und vereinigen Sie sie mit der Rahmen-Ebene. So bleibt die einkopierte Schrift leicht transparent.



12 Fertige Filmstreifen

Den Filmstreifen (oben) können Sie noch weiter anpassen. Nach „Bild drehen“ und Anwendung des „Verbiegen“-verzerrungsfilters entsteht etwas wie in der zweiten Reihe. Eine gruppierte, negativ multiplizierende Ebene mit stark weichgezeichneten weißen Pinselstrichen sorgt mit reduzierter Deckkraft für Glanzeffekte. Mit sich überkreuzenden Eck-Anfassern des Transformationsrahmens verdrehen Sie den Streifen.

von Doc Baumann
gerlin schrieb am 14.09.2008 21:31
Das "Konturproblem" habe ich über Erweitern der Arbeitsfläche gelöst.
Ich möchte aber darauf hinweisen, dass es bei einem Kleinbildstreifen nur 8 Löcher pro Bild gibt.
primus09 schrieb am 18.08.2008 11:38
Ich habe in den Voreinstellungen oder Werkzeugeinstellungen auch nichts finden können.

In Photoshop Elements 6 gibt es auch diese abgeschrägten Ecken, quasi das selbe Dilemma.
etanera schrieb am 17.08.2008 11:36
Es liegt wohl an CS3, denn in CS2 sind die Ecken so wie es gehört: spitz.
Kann man das irgendwo einstellen? In den Voreinstellungen hab ich nichts gefunden.
Gruß von Renate
etanera schrieb am 17.08.2008 11:07
Bei mir sind die Ecken auch abgeschrägt ....
Gruß von Renate
primus09 schrieb am 12.08.2008 10:17
Hallo,

ich habe eine Frage. Beim Schritt 5 "Kontur füllen", Position "Außen" habe ich abgeschrägte Ecken, was mache ich falsch?

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