Autowerbung auf russisch
Von Berlin aus arbeitet der niederländische Fotograf Joris van Velzen für osteuropäische Kunden. DOCMA begleitete ihn bei der Entstehung eines Mitsubishi-Anzeigenmotivs für den russischen Markt.
Joris van Velzen versteht sich in erster Linie als Fotograf. Für seine Arbeit bedeutet das, er versucht seine Bilder, soweit es technisch möglich ist, mit der Kamera aufzunehmen. Nur die Bildteile, die zum Fotografieren zu teuer, zu aufwendig oder unmöglich sind, dürfen im Rechner entstehen. Dieser heute fast schon etwas altmodisch erscheinende Ansatz ist für den studierten Linguisten kein künstlerisches Dogma, sondern eine Form von Pragmatismus: „Ich werde immer wieder gefragt, warum ich bei Automotiven weitestgehend auf 3D und CGI (Computer Generated Imagery) verzichte.
Die Antwort ist einfach: Fotografieren ist billiger, außer der Wagen ist noch gar nicht gebaut oder er soll auf einem Berggipfel fotografiert werden, zu dem keine Straße führt. In allen anderen Fällen bringt ,echte‘ Fotografie Preisvorteile, wenn man – wie ich – mit Mini-Teams und überschaubarem Technikaufwand arbeitet.
Neben der finanziellen Seite profitiert aber auch das Bild. Fotografierte Bilder haben einen natürlicheren Charme, es gibt zwangsläufig richtige Bildfehler und nicht nur solche, die mit großem Aufwand von den 3D-Perfektionisten dazugerechnet worden sind. Kurz, die Resultate sind nicht so ,clean‘, im Ausland sagt man auch gerne, sie sind nicht so ,deutsch‘.“
Der Hintergrund des hier gezeigten Projekts ist schnell erzählt: Die Vorstellung des neuen Mitsubishi Lancers auf dem russischen Markt wurde von drei Fernsehspots unterstützt, in denen das Auto von Monstern verfolgt wird und diesen – natürlich – immer entkommt. Die Filme waren in einer stilistischen Mischung aus düsteren Sin-City- und Film-Noire-Ästhetikelementen gehalten und sollten sich von anderen TV-Autowerbespots durch ihre Kino-Machart abheben. Van Velzens Aufgabe bestand nun darin, eine dem vorgegebenen Stil gemäße Adaption der Optik für Print-Anzeigen in Magazinen umzusetzen, die als Reminder funktionierten.
Er musste also nicht exakt Szenen der Filme nachstellen, sondern „nur“ Bilder machen, die mit den Stilmitteln spielten und so die Stimmung der Filme trafen, damit im Kopf des Betrachters die Verbindung zwischen Anzeige und Fernsehspot entstehen konnte.
Den ganzen Workshop lesen Sie in DOCMA 29.







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